Hatzfeld (Eder)

Viele Töne auf dem Weg zum Profimusiker
Musikprojekt mit Jugendlichen – von der Komposition zur fertigen CD

Ein Musikerleben

Musiker sein. Um die Welt reisen. Eine große Fangemeinde hinter sich. Partys feiern und sich auf Jachten sonnen. Das ist das Bild, das die Medien zeichnen, wenn sie über junge, erfolgreiche Künstler und Künstlerinnen berichten. Dass es bis dahin jedoch ein langer Weg mit vielen Stunden des Übens ist, wird selten deutlich. Von den ersten Versuchen, dem Instrument harmonische Töne zu entlocken, bis zum ersten Auftritt vergeht meist einige Zeit und es müssen Rückschläge überwunden werden. Ein weiterer Schritt ist die erste Aufnahme in einem professionellen Tonstudio. Die Produzenten sitzen auf weichen, wippenden Bürostühlen, die aussehen wie schwarze Berge aus Leder. Gleichzeitig drehen sie an einem von tausend Rädchen und geben Handzeichen durch die große Glasscheibe zum Aufnahmeraum.

Die erste CD-Produktion

Diesen Schritt hinter die Glasscheibe, in den akustisch versiegelten Raum, ermöglicht das international arbeitende Studio Kathaco sieben jungen Musiker*innen. Die Jugendlichen, die bereits durch langjähriges musikalisches Engagement im Schulorchester viele Erfahrungen mitbringen, werden durch Katharina Dustmann und Marco Ambrosini bei der Erstellung einer Partitur unterstützt und geben Hilfestellungen zum Arrangement. Für die Musikproduzenten ist es für dieses Projekt besonders wichtig, die Hatzfelder Rindt-Orgel der Emmauskapelle aus dem Jahr 1706 einzubinden. Denn diese ist ein bedeutsames und Identifikation stiftendes Kulturgut der Gemeinde Hatzfeld (Eder). Die Gemeinde agiert als Projektpartner, in dem sie den freien Zugang ermöglicht. Die Jugendlichen werden in der Auseinandersetzung mit dem historischen Instrument dessen Besonderheit kennenlernen. Die Aufnahmen der Stücke werden nicht nur professionell im Tonstudio stattfinden, sondern auch mit mobilem Equipment in der Emmauskapelle. Gemeinsam werden die Jungmusiker*innen mit den Profis das Material editieren, mixen und mastern, um eine qualitätvolle CD als Ergebnis der Produktion zu erhalten und den Musiker*innen aushändigen zu können.

Engagement, künstlerisches Schaffen und Neugier als Impulsgeber

Ziele des Projekts sind es, den jungen Musiker*innen Einblicke in die umfangreiche Arbeit eines Tonstudios zu bieten, ihnen aber auch Gestaltungsraum für ihre Ideen und deren Umsetzung zu geben. Denn den Jugendlichen, die zuvor noch nicht in dieser Konstellation gearbeitet haben, bietet das Ensemble die Chance, in der Gruppe ihre eigenen Stärken und Schwächen zu erfahren, sowie gleichzeitig gemeinsam als Musikergruppe etwas Neues zu gestalten. Ambrosini und Dustmann nehmen dabei die Funktion von Mentoren ein, die die Potenziale der Musiker*innen stärken, weiterentwickeln und Erfahrungen aus der Musikbranche vermitteln möchten. Ihr Wunsch ist es, dass das auf diesem Weg neu entstehende Ensemble junger Künstler*innen weiterhin zusammen arbeitet und dadurch auch als Vorbild für Engagement, Neugier und kreative Impulse im ländlichen Raum dient.