Haina

Was macht eigentlich das Schaf an der Decke?
Die figürliche Darstellung in der Klosterkirche Haina

Der Verein „Freunde des Klosters Haina e. V.“ hat sich zum Ziel gesetzt, die historischen Räume der alten Zisterzienserabtei für Besucher zugänglich zu machen und durch Führungen, Vorträge, Ausstellungen und Veröffentlichungen die Geschichte des Klosters Haina im Bewusstsein der Bevölkerung lebendig zu erhalten.

Das Kloster Haina als Zeitzeuge der letzten 800 Jahre

Betritt man das Kloster Haina, so kann man unter den Füßen die abgetretenen Stufen spüren, die seit 1215 von Mönchen, Landgrafen, Mitgliedern der Malerfamilie Tischbein, Patienten des Hospitals und heutigen Museumsbesuchern geformt wurden.  Das Kloster im Wald hat sich unter all seinen wandelnden Funktionen seine Erhabenheit und Ausstrahlungskraft beibehalten.

Das Besondere des Klosters ist unter anderem der deutlich erkennbare architektonische Übergang von der Romanik in die Gotik. Baute man im Untergeschoss noch Rundbögen, verwendete man bereits im Obergeschoss Spitzbögen für die Wandöffnungen. Aber auch die Maßwerkfenster mit Buntglaseinlassungen, die figürlichen Schlusssteine der Gewölbe sowie die weiteren skulpturalen Arbeiten geben sowohl Aufschluss über die Entwicklung der Kunstfertigkeit des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, als auch über das Leben und die Entwicklung der Weltanschauung der Zisterzienser Mönche.

Schüler „lesen“ in der Architektur

LandKulturPerlen fördert das Projekt „Das Kloster Haina – eine mittelalterliche Klosteranlage. Die figürliche Darstellung in der Klosterkirche Haina – Steinmetze vermitteln Botschaften aus einer andern Zeit“, das vom Verein „Freunde des Klosters Haina e.V.“ initiiert wird. Schüler*innen der 7. bis 10. Klassen aus der Umgebung Hainas entdecken gemeinsam und unter Anleitung den Raum der Klosterkirche mit all ihren historischen Hinweisen, die sich in der architektonischen Ausarbeitung verbergen. Ziel ist es, die Schüler*innen zu unterstützen Fragen zu stellen und Antworten zu finden. Warum ist gerade ein Lamm im Schlussstein dargestellt? Und wie hat der Steinmetz es überhaupt ohne elektrischen Kran da hochbekommen? Die figürlichen Darstellungen an den Kapitellen, Konsolen und Gewölbedecken sollen als „Botschaften“ aus einer anderen Zeit wahrgenommen werden, immer jedoch auch den Blick auf die Gegenwart lenken und die Formulierung einer eigenen, subjektiven „Botschaft“ aus Sicht der Schüler*innen ermöglichen. Begleitet wird das Raumerlebnis durch eine Broschüre, die auf die Schüler*innen abgestimmt ist und Bearbeitungsmöglichkeiten sowie interaktive Aufgaben bietet. Um den Jugendlichen weiter erfahrbar zu machen, welche Arbeitsschritte geschehen müssen und welche Herausforderungen bis zum fertigen Objekt zu meistern sind, entwerfen die Schüler*innen Figuren und Masken aus Pappe. Darauf folgt die Arbeit am Stein. Die Jugendlichen erproben an eigens dafür bereitgestellten Materialien, welche Fertigkeiten ein Steinmetz beherrschen musste, um den Stein nach seinen Vorstellungen zu formen.

Langfristig wirken

Diese Arbeiten werden in den Räumen des Kosters ausgestellt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel ist es, Jugendliche für die Geschichte, Architekturgeschichte und Regionalgeschichte zu interessieren sowie die Erfahrung der Selbsterkundung eines architektonischen Raumes zu ermöglichen.