Korbach

„Menschen aus Waldeck-Frankenberg im Konzentrations- und Arbeitserziehungslager Breitenau“

Heute einmal mehr ist es wichtig, sich mit der Bedeutung und den Bedingungen von Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung auseinander zusetzten. Hierzu gehört auch das Wissen und die Kenntnisse über Diktaturen, Gefährdungspotentiale und Unterdrückung. Auseinandersetzung mit Geschichte deckt Strukturen auf, die Menschen zu Tätern und Opfern werden lassen. Dabei geht es nicht um die reine Anhäufung von Wissen, sondern um die Sensibilisierung für rechtsextremistische Gefahren – so sehen das auch die Mitarbeiter des Stadtarchivs Korbach, der Gedenkstätte Breitenau und Schüler der Alten Landesschule.

Schüler als Forscher und Archivare

Im Projekt „Menschen aus Waldeck-Frankenberg im Konzentrations- und Arbeitserziehungslager Breitenau“ werden Mitarbeiter des Stadtarchivs Korbach, der Gedenkstätte Breitenau und Schüler der Alten Landesschule (Korbach) für Schulen, Institutionen und Vertretern des Landkreises erarbeiten.

Die ersten Schritte werden die Schüler unter der Leitung von Frau Dr. Marion Lilienthal in das Stadtarchiv führen, in dem Archivare und ehrenamtliche Unterstützer die Jugendlichen in die Archivarbeit einführen. Sobald die Projektgruppe sich einen Überblick über die Materialien verschaffen konnte, arbeiten sie mit den Archivalien und werden versuchen, alle Informationen über die Menschen, die aus Waldeck-Frankenberg ins KZ und AEL Breitenau deportiert wurden in Erfahrung zu bringen. Auch die Gedenkstätte Breitenau unterstützt das Projekt mit der zur Verfügungsstellung von Quellenmaterial und dem Datenbankzugang.

Die Auswertung der Dokumente unternehmen die Schüler mit Dr. Marion Lilienthal, die sowohl Lehrerin, ehrenamtliche Mitarbeiterin des Stadtarchivs Korbach als auch Initiatorin des Gedenkportals Korbach ist. Im Rahmen einer Broschüre, einer kleinen Wander-Ausstellung und und dem Online-Gedenkportal werden die Ergebnisse der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich gemacht.

Nachhaltigkeit

Das Projekt verfolgt vielschichtige Ziele. Zum einen werden Schüler an die Aufgaben und den Aufbau eines öffentlichen Archivs herangeführt, um dort selbst tätig zu werden. Zum anderen setzten sie sich mit historischen Kontexten auseinander, die sie für ihre heute Perspektive auf das aktuelle Geschehen sensibilisieren. Durch die Broschüre, das „Gedenkportal Korbach“ und die Wanderausstellung als Projektergebnisse erreicht die Arbeit der Jugendlichen unterschiedliche Zielgruppen und kann in der Förderung von Toleranz, demokratischen Handel, historischem Engagement und Verantwortung durch Aufklärung nachhaltig wirken.