LandKulturPerlen auf der Bildungskonferenz

Fulda auf dem Weg zur vernetzten Bildungslandschaft

Landschaft ist das Thema in Fulda. Egal ob malerische Röhn-Landschaft oder Bildungslandschaft – der Landkreis Fulda ist sich seinen Stärken bewusst und möchte Sie weiterentwickeln. Am 19. März 2018 fand im Bonifatiushaus in Fulda die erste, vom Bildungsbüros des Landkreises initiierte Bildungskonferenz statt. Denn die Vertreter des Landkreises wollen nicht nur verwalten, sondern Grenzen überschreiten und vernetzen, so Landrat Woide in seinen Grußworten. Es wurde sehr deutlich, dass die etwa 180 Teilnehmer*innen diese Ziele unterstützen wollen. Aber was ist eigentlich eine „Bildungslandschaft“?

In einer Bildungslandschaft arbeiten alle Akteure, die an Bildung beteiligt sind vor Ort zusammen. Denn Bildung findet nicht nur in der Schule statt, wie es häufig wahrgenommen wird, sondern auch in Museen, Musikschule, Kindergärten, Familienzentren, Volkshochschulen usw. In Zusammenarbeit mit den kommunalen Vertreter*innen soll gemeinsam die Verbesserung der Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen vorangetrieben sowie ein lebenslanges Lernen ermöglicht werden.

Wo sind die Kulturakteure?

Die meisten der anwesenden Akteure auf der Bildungskonferenz in Fulda stammten aus dem Bereich schulische Bildung sowie der Weiter- und Hochschulbildung. Vertreter*innen von Museen und der non-formalen Bildung waren nicht anwesend. Hier wünschte sich auch Gastgeber Matthias Feuerstein eine stärkere Beteiligung und beabsichtigt in der Kommunikation zu den Akteuren aktiver zu werden. Feuerstein ist Leiter des Vorhabens „Bildung integriert“ und „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“, das Bildungsmanagement, -monitoring und -koordination zum Ziel hat und im Bildungsbüro des Landkreises angesiedelt ist.

„Keiner kann’s allein!“ so die ehemalige Bundestagspräsidentin

Die Bildungskonferenz wollte Akteure zusammenbringen und den Austausch über aktuelle Themen der Bildungslandschaft anregen – also genau der richtige Ort, um auch die LandKulturPerlen vorzustellen und zu etablieren. Dies gelang durch das Format der Veranstaltung: fachlicher Input und anschließende Workshop-Angebote. Das Herz der Veranstaltung bildete die Rede von Prof. Dr. Rita Süssmuth (Bundestagspräsidentin a.D.).

Ihr Credo des Vortrags lautete, wenn jemand äußere, dass die eigene Idee nicht umsetzbar sei, solle man die Bedenken wahrnehmen, sich jedoch nicht entmutigen zu lassen, sondern den persönlichen Kampfgeist wecken und sagen „Das wollen wir doch erst mal sehen!“. Denn Visionen werden gebraucht, genauso wie Menschen die Fragen stellen und Akteure, die Menschen zusammenbringen und zusammenhalten. Aber auch die Landkreisebene wurde von ihr bedacht, was hinsichtlich der LandKulturPerlen erkenntnisreich war: Die Schwächen des Förderalismuses müssen zu Stärken gemacht werden. Kommunen sollen nicht mehr nur zuständig sein, sondern mitwirken und inhaltlich etwas bewegen. Auf diesem Weg können Kompetenzen entstehen und bedarfsorientierte Entwicklungen angestoßen werden. Denn wer weiß besser als die Menschen vor Ort, was sie brauchen und wie sie es mit ihren Ressourcen am besten umsetzten können? Mit dem Aufruf die Ärmel hoch zu krempeln und die Dinge selbst zu gestalten – und dabei den ländlichen Raum nicht zu vergessen, denn hier entstehen spannende Ansätze lebenslange Bildung zu leben – beendete Prof. Süssmuth ihren Beitrag. LandKulturPerlen ist am richtigen Ort!

Das Ehrenamt unter der Lupe

Die abschließenden Workshops waren vielschichtig. Für LandKulturPerlen besonders interessant war das von Ann-Kathrin Michel vom Treffpunkt aktiv geleitete Angebot: „Bildungschancen und -möglichkeiten im Ehrenamt“. Es stellte sich heraus, dass 9% der Ehrenamtlichen im Bereich Kultur und Musik aktiv sind – 287.100 Menschen prägen bundesweit ehrenamtlich die Kulturlandschaft (Die Zahlen stammen aus dem Freiwilligensurvey 2014). Unter den Anwesenden stellte sich heraus, dass alle Workshop-Teilnehmer*innen die Motivation „ihrer“ Ehrenamtlichen als größte Herausforderung betrachten. Wie kann ich meine Mitstreiter*innen motivieren, sich weiter mit Herzblut zu engagieren? Wie kann ich Neue für die eigene Arbeit begeistern und zu Ehrenamts-Kolleg*innen machen?

Auch für LandKulturPerlen sind das wichtige Fragen, denn viele der Kultur-Akteure im ländlichen Raum gestalten ihre Region auf ehrenamtlicher Basis und überwinden mit ihrer Motivation immer wieder Hürden. Wie ist es bei Ihnen? Warum setzten Sie sich ehrenamtlich für Kultur ein? Welche Herausforderungen gibt es Ihrer Meinung nach im Ehrenamt? Unsere Meinung interessiert uns! Schreiben Sie uns.

LandKulturPerlen bedank sich beim Bildungsbüro Fulda für die Einladung und die neuen Einblicke in eine zukunftsfähige Bildungslandschaft.