Bad Wildungen

Ein bunter Stein unter vielen

Ein Mosaik. Kulturhistorisch betrachtet, ein Muster oder Bild, das durch Zusammenfügen von farbigen oder unterschiedlich geformten Teilen entsteht. Eine Gesellschaft. Soziologisch betrachtet, eine durch unterschiedliche Merkmale zusammengefasste, abgegrenzte Anzahl von Personen, die als soziale Akteure miteinander verknüpft leben und (in)direkt interagieren. Gemeinsamkeiten stehen aich beim Projekt „Weltreise mittels Mosaikkunst – Multikultureller Mosaikworkshop als Altstadtinitiative“ im Mittelpunkt.

Unsere Gesellschaft ist demnach ein Mosaik aus vielen unterschiedlichen, aber immer interessanten Menschen, die in der Gemeinschaft etwas Neues hervorbringen. Hierzu lassen sich Parallelen zu den Zielen des Vereins zur Förderung der Altstadt von Bad Wildungen e.V.  (kurz: Altstadtverein) ziehen. Denn als unabhängiger und parteipolitisch neutraler Akteur in Bad Wildungen möchte er Menschen zusammenzubringen, um gemeinsam Neues anzustoßen.

Die Förderung eines toleranten Zusammenlebens verschiedener Nationen und Kulturkreise im Sinne des Völkerverständigungsgedankens steht dabei unteranderem im Fokus. Um dies zu erreichen finden regelmäßig Kooperationen mit dem Mehrgenerationenhaus Alte Schule e.V. (kurz: MGH) statt.

 

Mosaiken als eine Gemeinsamkeit von vielen

Die Erfahrungen des Altstadtvereins aus anderen Treffen haben gezeigt, dass sich meist die Personen in Gruppen an Tischen zusammenfinden, die sich bereits kennen. Ein Austausch zwischen den Gesprächskreisen findet dabei nur selten statt. Das durch LandKulturPerlen geförderte Projekt „Weltreise mittels Mosaikkunst – Multikultureller Mosaikworkshop als Altstadtinitiative“ ermöglicht es, in den Räumen des MGH zusammen zu kommen. Alle Genrationen und Nationen sind eingeladen gemeinsam kreativ zu werden. Ziel der Projektbeteiligten ist es, durch einen angeleiteten Workshop alle Teilnehmer mitzunehmen und durch die gemeinsame Arbeit Gemeinschaft sowie Austausch zu generieren. Mosaikkunst eignet sich besonders, da künstlerische Mosaikarbeiten nicht nur seit dem Altertum existieren, sondern auch weil, sie in beinahe allen Kulturen und Religionen hergestellt wurden. In Kirchen, Moscheen und Synagogen, an Fassaden auf Wegen und Straßen. Jeder hat sie in seiner Heimat gesehen – eine erste Gemeinsamkeit also. Hinzu kommt, dass Mosaikkunstwerke in unterschiedlichen Komplexitäten hergestellt werden könne und somit für Groß und Klein umsetzbar sind.

Der dynamische Stein

Im Kontext der Intentionen der tragenden Vereine und der LandKulturPerlen bilden die Themen Heimat, Herkunft und interkulturelle Verständigung die Leitbilder des Projekts. Motive, die beispielsweise die Flagge der Herkunftsländer zeigen, Begriffe oder auch ganz individuelle Bilder,die man mit der jeweiligen Heimat verbindet, sollen hergestellt werden. Jedes Kunstwerk findet seinen Platz auf einem Felsbrocken, der im öffentlichen Raum von Bad Wildungen aufgestellt wird. Hier soll er an die Vielfalt unserer Gesellschaft erinnern sowie daran, dass wir alle nur ein kleiner Stein in diesem Weltkonstrukt sind, der jedoch die Kraft hat, etwas zu gestalten und Teil von etwas Größerem, Bunterem zu sein. Da aber auch eine Gesellschaft wächst, sich verändert und dynamisch ist, bietet auch der Felsen Platz für weitere Kunstwerke und Interventionen, um die er in Zukunft erweitert werden kann. (Foto: v.l. Volker Zimmermann, Bürgermeister Bad Wildungen)