Frankenberg

Heimatverein stellt sich den Herausforderungen

Es kommen nur noch wenige und dann immer die Gleichen zu den Veranstaltungen. Was können wir tun? Das ist eine Frage, die sich wahrscheinlich schon jeder Veranstalter einmal gestellt hat. Diese Herausforderung kennt auch der Heimat- und Kulturverein Geismar e.V. Aber dessen Mitglieder geben nicht auf und bringen immer wieder Mut und Kraft auf, neue Ideen umzusetzen und außergewöhnliche Wege zu gehen, um Kultur von allen, für alle im Dorf zu gestalten.

Das Vereinswesen

Auch im ländlichen Raum passiert es traditionsbewussten Vereinen und Akteuren häufig, dass nur wenige Gäste der Einladung zu wiederkehrenden Veranstaltungen folgen. Es ist dabei immer eine Gratwanderung historisches Brauchtum zu erhalten und in die Zukunft zu tragen, sowie gleichzeitig junge Menschen mit neuen Impulsen für die eigene Arbeit zu interessieren. Viele Vereine stehen vor der Herausforderung Vorstände zu besetzten, weil nachrückende Vereinsgenerationen ausbleiben. Lange Pendlerwege, junge Familie, Pflege von Haus und Hof oder die Mitgliedschaft in mehreren Vereinen gleichzeitig sind zeitaufwendig und machen es vielen nicht möglich, sich aktiv im örtlichen Vereinsleben einzubringen oder Verantwortung zu übernehmen.

In Geismar…

In Geismar ist immer etwas los – das zeigt der Veranstaltungskalender. In Geismar gibt es viele Kulturinteressierte – das zeigt das Projekt „Kunst trifft Musik“, das der Heimat- und Kulturverein durch LandKulturPerlen initiiert. Der 29. Dezember ist traditionell für die Veranstaltung „Zwischen den Jahren“ in der örtlichen Kirche reserviert. Hier lädt der Heimat- und Kulturverein die Dorfgemeinschaft zum besinnlichen Beisammensein ein. Dieses Jahr gestalten sie den Nachmittag jedoch ganz besonders, in dem sie die Dorfbewohner im Vorfeld einladen, kreativ aktiv zu werden. Geismarer Kunst- und Kulturschaffende haben sich über die Idee des Vereins gefreut, andere Dorfbewohner zu Workshopangeboten einzuladen. So wird im Vorfeld unter fachlicher Anleitung musiziert, fotografiert, gedruckt, gemalt und das Wissen über Phänomene aus der Welt der Bienen erweitert. Bei diesen Angeboten können sich alte, junge und neue Bewohner von einer anderen Seite kennenlernen: Gemeinsam beim Photographien die Heimat mit neuen Augen entdecken oder wie es ist, mit dem Nachbarn nicht nur gemeinsam das Gartenhäuschen aufzubauen, sondern auch zusammen Gitarre zu spielen.

Tradition mit neuem Input als Erfolgsfaktor

Das erarbeitet wird bei „Zwischen den Jahren“ präsentiert. Nicht nur die Teilnehmer der Workshops werden anwesend sein. Das ganze Dorf und alle Interessierten sind eingeladen, die Ergebnisse zu betrachten und zu hören. Dieses Projekt beweist, dass Traditionen nicht provinziell oder unveränderbar sind, sondern dass sie einen Rahmen für Gemeinschaft und Heimatgefühl bilden. Das Brauchtum erfährt keinen Verlust, sondern einen Zugewinn an Perspektiven und neuen Zielgruppen.