Rasdorf – Grenze bei Nacht

Deutsch-deutsche Geschichte vor der Linse

Die bewaldeten Hügel und weiten Wiesen der Rhön sind ein beliebtes Fotomotiv für viele Touristen und Tagesausflügler, die das Mittelgebirge vor allem für seine Ruhe und Beschaulichkeit schätzen. Vor beinahe 30 Jahren war dieser idyllische Landstrich jedoch Schauplatz und gleichsam Kulminationspunkt der deutsch-deutschen Teilung, galt die Region nahe Fulda doch als mögliche Einfallschneise des Ostblocks nach Westen. Diesen Bruch zwischen ländlichem Idyll und ehemaliger Grenzzone mit geschärftem Blick und in ungewöhnlichen Perspektiven fotografisch festzuhalten ist Ziel des Projekts „Grenze bei Nacht“ der Point Alpha Stiftung.

von Noah Vogt

In zwei Workshops werden bis zu 10 fotografieinteressierte Jugendliche aus dem Raum Fulda zunächst in die Grundtechniken der Fotografie eingewiesen. Unter Anleitung des Fotografen Falk Ziebarth, der selbst Zeitzeuge der innerdeutschen Teilung ist, entstehen anschließend bei Nacht Aufnahmen der ehemaligen Grenzzone rund um das Haus auf der Grenze. Wichtiges gestalterisches Element sind dabei Dunkelheit, Licht – auch elektrisch-verfremdendes – und Schatten, die die charakteristischen Elemente des Ortes, wie den ehemaligen Wachturm oder die Grenzanlagen, völlig neu in Szene setzen. Die interessantesten und

von Leonie Ziesch

qualitativ hochwertigsten Arbeiten werden im Nachgang in der Ausstellung „Das grüne Band – Vom Todesstreifen zur Lebenslinie“ anlässlich des Gedenkjahrs der friedlichen Revolution 1989 im Haus auf der Grenze präsentiert.

 

Point Alpha Stiftung – Erinnerungsort für Frieden und Freiheit

von Hendrik Schäfer

Der Grenzpunkt Point Alpha diente während des kalten Krieges als Beobachtungs- und Überwachungspunkt der US-Armee. Heute sind auf dem ehemaligen Grenzgelände teils originale und teils rekonstruierte Grenzanalgen zu besichtigen sowie das Haus auf der Grenze, in dem sich gerade auch jugendliche Besucher über die innerdeutsche Grenze, die DDR sowie den Kalten Krieg informieren können. Zusammen mit dem Kunstprojekt „Weg der Hoffnung“ steht die Anlage heute für lebendige Erinnerungskultur, gegen das Vergessen und für dauerhaften Frieden und Freiheit.

 

Termine: Workshops am 30.10.und 05.11.2018

 

Kooperationspartner:

https://pointalpha.com

https://www.falkziebarth.de