Und der Staffelstab geht weiter …

… vom Landkreis Fulda zu den Landkreisen Kassel und Schwalm-Eder

 

Die stolzen Kulturakteur*innen eines erfolgreichen LandKulturPerlen-Jahres 2018 im Landkreis Fulda versammelten sich am Freitag, den 29. März 2019 zur Abschlussveranstaltung mit gleichzeitiger Begrüßung der am Modellprojekt 2019 partizipierenden Landkreise Kassel und Schwalm-Eder in der Kulturscheune in Eichenzell bei Fulda.

Projektdarstellungen auf dem Marktplatz der Projekte

Insgesamt 23 LandKulturPerlen stöberte das Modellprojekt im Landkreis Fulda im Laufe des Jahres 2018 auf, in nahezu allen Gemeinden des Landkreises wurde ein mit 1000 € gefördertes Mikroprojekt ins Leben gerufen. Das vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) geförderte und von der Landesvereinigung für Kulturelle Bildung (LKB) als Träger durchgeführte Projekt hatte seit 2017 die große Aufgabe übernommen, die kulturelle Arbeit eines Landkreises sichtbar zu machen, zur Vernetzung der Kulturakteur*innen beizutragen und deren Arbeit zu stärken.
Zur Abschlussveranstaltung des Landkreises Fulda stellten die Akteur*innen ihre Projekte auf dem vorbereiteten Marktplatz an den Wänden und Stellwänden in der Kulturscheune vor. Ein spannender Rundgang für alle begann, um die vielseitigen Ergebnisse zu bewundern. Was hier in einem Jahr von Vereinen, Initiativen und Künstler*innen, teils mit ehrenamtlichem Engagement, erarbeitet wurde, deckte nahezu alle Bereiche aus Kunst und Kultur ab und reichte von Theater, Musik, bildender Kunst, Fotografie, Handwerk bis hin zu digitalen Arbeiten. Außerdem gelang es den Projekten, Angebote für aller Altersstufen zu schaffen und viele zu integrieren, denen meist wenige kulturellen Möglichkeiten offenstehen. Ein gelungener Start in den gemeinsamen Tag, wo sich alle Anwesenden in lockerem Rahmen austauschen und Erfahrungen sowie besondere Erlebnisse zum Besten geben konnten.

Reden loben die Vielfältigkeit des Modellprojekts

Nach dem obligatorischen Gruppenbild ging es zum offiziellen Teil der Veranstaltung über, durch den Vorstandsvorsitzender Lothar R.Behounek der Landesvereinigung Kultureller Bildung (LKB) versiert führte. Grußworte lobten die vielfältigen Ergebnisse dank der Möglichkeiten des Modellprojekts. Auch wenn der Landkreis Fulda schon so einiges an kultureller Vielfalt zu bieten hatte, brauchte es auch sinnvolle Vernetzungen, um aus bereits bestehendem ein noch nachhaltigeres Angebot zu schaffen. Vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) war Ministerialrätin Carolina Romahn aus Wiesbaden angereist, um die besten Grüße der Ministerin Angela Dorn zu überbringen. Gerade die Wiederentdeckung und Verstetigung von Traditionen und regionaler Identität sei ein wertvoller Beitrag für das kulturelle Leben in ländlichen Regionen. Auch Michael Friedrich, Leiter der Volkshochschule des Landkreises Fulda, überbrachte Grüße, und zwar von Landrat Bernd Woide und Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld. Gerade junge Menschen an kulturelle Vielfalt heranzuführen sei eine wesentliche Aufgabe in jeder Gemeinde, was hier im Landkreis zur Freude aller auf fruchtbaren Boden gestoßen sei. Schließlich konnte der Eichenzeller Bürgermeister Dieter Kolb die Versammelten in der eigenen Gemeinde willkommen heißen.

 

Emotionale Einblicke bei der Darbietung „Seelenvogel“

Um einen sinnlichen Eindruck der gelungenen Arbeit eines Jahres zu bekommen, brachten die Kinder und Jugendlichen des philosophisch-künstlerischen Literaturprojekts „Der Seelenvogel“ exemplarisch ihr Projekt direkt auf die Bühne mit. Am Klavier begleitete Frederik Sauer die sehr bewegenden Zitate, die die teilnehmenden Kinder vortrugen und die projizierten Zeichnungen. Der Förderverein Landsynagoge Heubach hatte sich gemeinsam mit Kindern der Schlossschule Neuhof, der Grundschule Uttrichshausen und mit Unterstützung der Philosophie-AG des Marianums dem gleichnamigen Buch von Michal Snunit gewidmet. Der Vorsitzende des Fördervereins, Hartmut Zimmermann, und Henrike Frohnapfel, Lehrerin an den Grundschulen, berichteten begeistert vom erfolgreichen Projektverlauf. Dabei sei sogar ein kleines Buch mit Bildern der Schüler*innen, die sich mit der Beziehung zwischen Mensch und Seele auseinandersetzen, entstanden.

Lebhafte Diskussion zum Thema nachhaltige Projektarbeit

Nachdem nun alle Anwesenden den nötigen Input als inhaltliche und emotionale Basis erhalten hatten, folgte eine spannende sehr lebendige Podiumsdiskussion mit Hünfelds Stadträtin Martina Sauerbier, Dr. Klaus Listmann von der Volkshochschule, Stefan Meyer vom Jugendmusiknetzwerk Hessisches Kegelspiel und Dr. Birgit Wolf, der Evaluatorin des Modellprojekts „LandKulturPerlen“. Hier wurden sämtliche Chancen und Herausforderungen von kulturellem und künstlerischem Schaffen im ländlichen Raum genauesten unter die Lupe genommen. Dabei fielen wichtige Schlagworte, wie Traditionen pflegen, Offenheit entwickeln oder das Miteinander bewahren, die alle sowohl Bestandteile als auch Herausforderungen im ländlichen Raum sind.

Staffelstabübergabe – die Landkreise Kassel und Schwalm-Eder sind in 2019 gefragt

Wie es sich gehört erhielten zunächst alle Akteur*innen aus 2018 mit einer lobenden Erwähnung auch ein Sträußchen in die Hand gedrückt, bevor es zum festlichen Akt der Staffelstabübergabe in Form der Kunstskulpturen des Metallbildhauers Dr. Ulrich Barnickel ging. Gleich zwei Landkreise, die Region Kassel und der angrenzende Schwalm-Eder-Kreis sind jetzt gefragt, sich ihrer kulturellen Möglichkeiten bewusst zu werden. „Wir verlassen Fulda mit einem lachenden und einem weinenden Auge in dem Wissen, dass der Landkreis Fulda etwas angestoßen hat und die Perlen nun weiterrollen werden.“, schloss Lothar Behounek mit der freudigen Gewissheit, einiges für das „Grundnahrungsmittel der Gesellschaft – der Kultur“ getan zu haben.

 

 

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