Vöhl

  In der Synagoge wird getanzt

Tanzen spielt in den Religionen heute nur selten noch eine Rolle. Das war in der Antike noch anders. Damals sagte man in der jüdisch-christlichen Tradition: „Wer gut tanzen kann, hat ein reines Herz.“ In der Religion war der Tanz auch ein Mittel zur Kommunikation. So haben Menschen schon immer versucht, die Götter durch Tanzen anzurufen, um ihnen auf diesem Weg ihre Wünschen mitzuteilen. Daneben war das Einüben der Schrittfolgen auch eine Art der Meditation. Bei einem Workshop des Förderkreises „Synagoge Vöhl“ e.V. sollen einige dieser Aspekte des jüdischen Tanzes den Teilnehmern nähergebracht werden.

Wo ist der Unterschied zwischen Schabbat und Sonntag?

Das siebte der zehn Gebote lautet: „Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun. Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht.“ Der Schabbat ist in diesem Gebot begründet. Im Judentum darf von Freitagabend bis Samstagabend nicht gearbeitet werden. Auch im Christentum gibt es diesen Ruhetag – den Sonntag. Der auf der Tradition des Schabbat beruht. Es gibt viele weitere Gemeinsamkeiten der jüdischen und christlichen Religion. Die grundlegendsten werden am Anfang des Workshops „Meditative und schwungvolle Tänze aus Israel“ vorgestellt. Musikpädagogin Barbara Küpfer, Pfarrer Günter Maier und Lehrer Karl-Heinz Stadtler werden im Gespräch mit den Workshop-Teilnehmern diese Parallelen herausarbeiten. Insbesondere wird es um die jüdischen und christlichen Feiertage gehen. Daneben stehen die Tänze, die dem Schabbat zuzuordnen sind, im Fokus.

Tanzen als Ausdrucksmittel

Nach dieser kleinen Einführung werden die Stühle zur Seite gerückt und die „Tanzfläche“ gestürmt. Leichtfüßige Tänze, getanzte Psalmen und lustige chassidische Tänze bis hin zu feurigen, kraftvollen Debkas aus der jüdischen Kultur sollen zum Mitmachen und Erleben einladen. Barbara Küpfer, die viele Jahre in Israel lebte, nimmt die Teilnehmer durch das Tanzen mit auf eine Erfahrungsreise, die zeigt, dass Tanzen Stimmungen ausdrücken kann. Ob man fröhlich, traurig, übermütig, besinnlich oder lustig gelaunt ist – all das kann man durch Tanzen ausdrücken. Diese Art der Kommunikation ist noch heute im jüdischen Glauben tief verwurzelt und stärkt das Gemeinschaftsgefühl.

Die Synagoge in Vöhl

Der Förderkreis der Synagoge Vöhl e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, Wissenschaft, Bildung und Erziehung sowie Kunst und Kultur zu fördern. Besonders wichtig ist für den Verein die internationale Offenheit auf allen Gebieten im Sinne des Völkerverständigungsgedankens. Um diese Zwecke zu erfüllen, restaurierte der Verein die Synagoge in Vöhl nach denkmalpflegerischen Grundsätzen, in der nun zahlreiche kulturelle Veranstaltungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten stattfinden.

Nachtrag: Und da das LandKulturPerlen-Projekt sehr gute Resonanz erfahren hat, möchte der Förderverein diesen positiven Impuls aufnehmen und 2018 eigeninitiativ zwei Workshops zum Thema „Tanz und Religion“ anbieten.