Zu Besuch bei der LandKulturPerle… atelier 11

Veronika Zyzik in ihrem Atelier

In ländlichen Räumen, in denen die Netzwerke der Akteure von Kunst und Kultureller Bildung weitläufiger sind als in dichtbesiedelten Gebieten, kommt es viel stärker auf die einzelnen Personen an. Veronika Zyzik ist so eine Person. In ihrem atelier 11 in Wüstensachsen und in der Kunstschule der Kunststation Kleinsassen wird sie zur aktiven Gestalterin der Region.

 

 

Die 1965 in Rybnik (Oberschlesien, Polen) geborene Künstlerin Veronika Zyzik absolvierte 1987 bis 1993 ein Studium der Bildenden Kunst an der Kunsthochschule in Kassel bevor sie direkt nach ihrem Abschluss in Wüstensachsen gemeinsam mit ihrer Familie ein Zuhause fand. Die Entscheidung, in der Gemeinde Ehrenberg zu leben, trafen sie und ihr Mann damals ganz bewusst. Denn die Region bietet ihnen noch heute die Dinge, die sie benötigen, um ihrem künstlerischen Schaffen Raum zu gewähren. Raum zum einen im Sinne von Platz, denn im Vergleich zur Knappheit von Raum in den Städten bieten ländliche Regionen kostengünstige Möglichkeiten sich zu entfalten und Platz in Anspruch zu nehmen. So bietet die alte Mühle neben ihrem Wohnhaus Platz für Arbeits- und Ausstellungsräume. Raum aber auch im Sinne der „Schönheit der Region“. Veronika Zyzik lässt sich für ihre Arbeit von der Natur inspirieren und findet gleichzeitig in ihr ihren Ruhepol. In Städten scheinen die Sinne häufig überfordert: Lärm, Hektik und optische Reize lassen nur selten die Konzentration auf das eigene Innere zu. Anders in Wüstensachsen. Hier kann Veronika Zyzik sich auf ihr Inneres besinnen, sich klar werden, was sie bewegt und dies ohne Umwege künstlerisch umsetzten.

Kunst zieht Künstlerin an

Entscheidend für ihre Wohnortwahl war ebenfalls die Nähe zur Kunststation Kleinsassen, die es ermöglicht auf ein Netzwerk von Künstler*innen zurückzugreifen und gleichzeitig Ausstellungsmöglichkeiten bietet. Denn Kunst braucht neben dem Produktionsort auch Gelegenheiten und Orte sich zu präsentieren. Die Kunststation Kleinsassen ist dabei ein Ankerpunkt für Kunst- und Kulturschaffende in der Region, der nicht nur für Bewohner*innen und Besucher*innen anziehend ist, sondern auch auf freischaffende Künstler*innen magnetisch wirkt. So entsteht ein aktives Netzwerk aus Kreativen und Interessierten, die die Region beleben. Veronika Zyzik stellt nicht nur regelmäßig in der Kunststation, sondern leitet darüber hinaus die dort angegliederte Kunstschule. Die Kunstschule bietet das ganze Jahr über unterschiedlichste Angebote der Kulturellen Bildung, die sich an Kinder und Erwachsene gleichermaßen richten. Nicht selten kommt es vor, dass der Teilnehmendenkreis international ist und gleich für mehrere Tage in die Rhön reist, um Kunst- und Naturerlebnisse zu verbinden.

Moderne und Geschichte gegenüber – kein Widerspruch sondern eine Symbiose

„In der Rhön sind viele Künstler und Künstlerinnen zu Hause, die sich hier wohl fühlen und daran interessiert sind, sich zu vernetzen“, so Zyzik. Allerdings wünscht sie sich auch, dass diese mehr Unterstützung erfahren, um ihre Kunst von der Rhön in die Welt zu bringen – ausreichend Potential haben sie alle mal.